Gewaltbereite Demonstranten zurückgedrängt
Im Süden von Straßburg hat die Polizei verhindert, dass ein Zug mit etwa 1.000 Demonstranten in die Innenstadt zieht. Nach SWR-Angaben drängte die Polizei eine Gruppe von nur noch rund 300 der verbliebenen Demonstranten in Richtung des Camps der Gipfelgegner zurück.
Den Angaben zufolge sind entlang der Demonstrationsstrecke viele Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Zudem hätten die Demonstranten zahlreiche Bushaltestellen zerstört. Die meisten der Demonstrationsteilnehmer waren den Angaben zufolge vermummt und offensichtlich gewaltbereit. Als der Demonstrationszug an einer französischen Militärkaserne vorbeikam, flogen die ersten Steine.
Zuvor hatte es weiter Streit um die Route der Demonstration durch Straßburg gegegben. Die NATO-Gegner verlangen, auch in der Straßburger Innenstadt demonstrieren zu dürfen. "Wir werden bis zum Schluss verhandeln", sagte eine Sprecherin der "Bewegung für den Frieden" vor dem Demozug in Straßburg. "Wir sind sehr enttäuscht, die Straßen gehören nicht den Staatschefs, sie gehören den Bürgern." Die französischen Behörden halten dagegen an der von ihnen vorgeschlagenen Strecke von der Europabrücke Kehl durch den Straßburger Rheinhafen fest.
Polizei will "vernünftig reagieren"
Die Europabrücke Kehl wird von Freitag 0.00 Uhr bis Samstag 24.00 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger können die Brücke aber am Samstagvormittag ab 10.30 Uhr überqueren.
Ein Sprecher der Vereinigung "Block NATO" hatte vor der Demonstration betont, dass die Demonstranten keine gewalttätigen Aktionen wollten. Die Polizei in Straßburg habe jedoch keine Zusicherungen gegeben, "vernünftig zu reagieren". Die Aktivisten, die aus mehreren Ländern Europas angereist sind, wollen sich am Samstag auf die Zufahrtswege zum Gipfel legen und sich von den Polizeibeamten wegtragen lassen. Gegen Mittag soll an der Europabrücke Kehl die Hauptkundgebung starten.
Die französische Polizei will mit 50.000 Barrieren Störenfriede abhalten. Sämtliche Briefkästen und Gullydeckel in der elsässischen Hauptstadt sind bereits versiegelt. Ab dem Abend soll der öffentliche Nahverkehr in den Sicherheitszonen um die Veranstaltungsorte eingestellt werden.